| Meine erste Verbindung mit dem Internet |
|
|
|
| Geschrieben von: Administrator |
| Samstag, den 26. Februar 2011 um 09:50 Uhr |
|
An meine ersten Gehversuche im Internet erinnere ich mich recht gut, denn ich war stolz wie Oskar, mich mit dem Internet verbunden zu haben und auf meinem Bildschirm die Seiten von AltaVista und AOL sehen zu können. Doch wie kam ich so weit??? Ganz ehrlich, ich war einfach neugierig und wollte wissen was man da Neues erfahren kann und hatte außerdem das Gefühl, dass das Internet ein Medium sein könnte, was in den nächsten Jahren immer wichtiger und zukunftsweisend sein könne. Ich hatte ja nun seit gut einem Jahr einen PC. Die Programme hatte ich zwischenzeitlich ganz gut kennengelernt und ich hatte das Gefühl, dass etwas NEUES her musste. Schnell kam ich aufs Internet, doch wie kam man nun ans/ins Internet? Ich hatte sonst keine Hobbys und, da ich mich schon immer für Technik interessierte, schon so allerlei ausprobiert.
Als Jugendlicher mit VHS-Videorecordern, Telefon und Fernsehern "herumgespielt", mir die Anleitungen, die es damals noch gab vorgenommen, und die vielen technischen Raffinessen von den Geräten ausprobiert. Das war damals noch nicht wirklich schwer, denn viel zu bieten hatten die Geräte ja noch nicht. Um mich über das Internet zu informieren, schnappte ich mir derzeit eine Computer-Zeitung, die sich mit Computerzubehör auskannte und damals schon Tests durchgeführt hatte. In dieser Zeitschrift gab es die Rubrik Modems und ein Modem war unumgänglich, um sich über das Telefonnetz mit dem Internet verbinden zu können. Das Modem wandelte die analogen Signale der Telefonanlage in digitale Signale für den Computer um, denn digitale Technik im Telefonbereich gab es1996 im Endverbraucherbereich noch nicht. Ich wählte nun ein Modem mit 56 kbit/s aus - damals schon ein echtes Highlight - denn meistens wurden im privaten Bereich noch 28 kbit/s Modems verwendet. Der Vorteil bei meinem Modem war auch, dass ich Anrufbeantworter und Fax gleich mit dabei hatte, was wirklich praktisch war.
So, nun hatte ich mein tolles Modem. Und was nun? Meiner tollen Zeitschrift konnte ich auch entnehmen, wie ich das Modem mit dem Rechner verbinden sollte. Was ich aber nicht wusste war, dass ich einen Anbieter benötigte, um überhaupt Informationen im Internet zu bekommen. Anbieter gab es damals nur im begrenzten Umfang, doch die Werbung hatte auch schon einen gewissen Einfluss, dem ich mich nicht wirklich entziehen konnte. Ich entnahm einfach eine Diskette von der Firma AOL, die ich als Werbegeschenk im Postkasten gefunden hatte. Die Werbung versprach, wie heute auch noch, einfach das Programm installieren und schon bin ich im Internet. Es war ja auch schon die Version AOL 2.0. Ich fand das Versprechen sehr Vertrauen erweckend, denn es war ja immerhin schon eine Nachfolgegeneration, das musste ja einfach funktionieren.
Die Diskette rödelte nun im Diskettenschacht und mein Rechner forderte mich immer wieder auf, die unterschiedlichsten Dinge bestätigen. Was ich da alles wirklich machen und akzeptieren musste, war mir überhaupt nicht bewusst. Aber irgendwie hat es geklappt und mein Modem gab nun komische Geräusche und Zischlaute von sich. Und dann war es endlich so weit, ich bekam eine bunte, bläulich gehaltene Oberfläche präsentiert. Ich war sehr beeindruckt. Ich bekam Informationen zu aktuellen Geschehnissen, Sport und vielen anderen DIngen. So etwas wie einen Chat gab es da auch schon. Ich hatte nur ein Problem, ich kannte doch gar keinen, mit dem ich online plaudern konnte. Meine Freunde waren ja noch nicht online. Das war mal wieder das Dilemma des Vorreiters. Heute, nach 15 Jahren, kann ich darüber nur schmunzeln, denn heute hat der ein Problem, der nicht online ist. Aber damals war es eben noch umgekehrt. Nun war es also geschafft, ich hatte die bunte AOL-Welt erreicht und mich da irgendwie durchgewuselt. Immer die Onlinezeit im Blick, denn es gab Begrenzungen im Gebrauch von AOL und am Monatsende eine fette Abrechnung,. Wenn ich mich richtig erinnere waren es 2 Stunden, die ich mit der Werbetestversion gratis mit AOL verbunden sein konnte, ohne dass AOL Gebühren erhoben hat. Die Freistunden wurden dann mit der Zeit auf 10 Stunden und 50 Stunden angehoben. Ich erinnere mich später noch an eine 600 und 650 Stunden gratis Testversion . Aber das waren nur die Kosten, die entstehen würden, wenn ich den Dienst von AOL in Anspruch nehme. Die Telefonkosten wurden separat berechnet. Das bedeutete, dass man die Einwahlnummer mit einer Ortsvorwahl nutzen musste. Zum Glück habe ich damals in einem Ort gewohnt, an dem es mir möglich war, die "kostengünstige" Variante nutzen zu können. Trotzdem war es nicht ganz preiswert, denn Call-by-Call oder sonstige Einrichtungen gab es noch nicht. Das Monopol lag damals noch bei der Deutschen Post.
So musste ich mir aus finanziellen Gründen sehr genau überlegen, zu welcher Zeit ich mir Informationen hole und wie lange es höchstens dauern darf, um diese auch zu finden! AOL hat damals schon Informationen so aufbereitet, dass sie schnell zu finden waren. Wenn ich nun das AOL Portal verlassen hatte, stand ich vor einer neuen Herausforderung, die da lautete: "Einfach mal sehen wer schon Online ist." Da waren die Suchmaschinen. "BackRub" und "Altavista" schon interessanter. Aus "BackRub" hat sich übrigens 1998 Google entwickelt. Doch das Problem war, was sollte ich nun suchen. Ich glaube, meine ersten Suchbegriffe waren Merzedes und BMW. Das war nicht wirklich spektakulär, doch ich fand es toll, zu wissen, wie ich meinen PC, mein Modem und das Telefonnetz für das Internet startklar machen konnte. Damals kam mir allmählich der Gedanke, vielleicht dieses Wissen auch bei anderen anwenden zu können. Natürlich wares es meine Freunde, die von meinem neuen Wissen profitieren sollten.
Ich konnte die Entwicklung damals überhaupt nicht einschätzen, aber mein Gefühl sagte mir, dass mit dem Internet wird mal 'ne ganz große Nummer. Ich erinnere mich noch an die Aussage eines Freundes, der, als er erfuhr, dass ich mir ein Modem gekauft und mich über AOL ins Internet eingewählt hatte, sagte: "Was willst Du denn damit, dass machen doch nur Geschäftsleute". Daraufhin habe ich nur gedacht: "Du wirst Dich noch wundern. Es dauert nicht lange und dann wird man sich das "Netz" nicht mehr weg denken können."
|
| Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 08. November 2011 um 13:15 Uhr |































