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Meine ersten Gehversuche - PC PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Freitag, den 25. Februar 2011 um 22:18 Uhr


 

 

 

Wir schreiben das Jahr 1995! Einige meiner Freunde haben schon einen PC - die meisten waren extrem Stolz. Es handelte sich meistens um einen Rechner mit einem Intel Pentium I Prozessor mit sagenhaften 100 MHz. Ich wollte nun auch dazugehören und bat einen Freund und Kollegen, mich bei der Auswahl zu beraten. Ich hatte zu dieser Zeit überhaupt keine Ahnung und ahnte noch nicht,  was da alles auf mich zukommen sollte.

Ich hatte lange gespart und konnte also bei der Hardware kräftig zugeschlagen. Einen Monitor mit 17'' von Samsung in Farbe - das war schon echt ein Spitzengerät - Kostenpunkt um die 2500 DM. Die gängigen Monitore hatten da meistens noch 14'' oder 15''. Mit dem Teil war mir der Neid aller meiner Freunde sicher - ich konnte es kaum erwarten, ihnen das Schätzchen vorzuführen. Dazu passte natürlich kein einfacher Drucker, Ich kaufte einen von HP - 870 Cxi - aus der Professional Serie, der um die 1000 DM kostete.

 

Samsung GLsi ca. 1995HP Drucker 870cxi Professional Series

 

Und dann erst einmal der Rechner, der kostete um die 3000 DM. Es war ein Hightec-Gerät im Privatanwender Bereich. Der erste größere Rechner nach den i486 Pentium Modellen. Es handelte sich um ein Hightower-Gehäuse mit einem der ersten Pentium I Prozessoren, einer Sockel 7 CPU und 133 MHz sowie 128 MB RAM !!! Zwischenspeicher und einer Festplatte von 2,1 GB - das war damals der Oberhammer! Das Gerät hatte neben einem Diskettenlaufwerk auch ein CD-Laufwerk. Damit sollten die Daten sehr viel schneller auf den Rechner gespielt werden können. Zusätzlich eine VGA Grafikkarte von Matrox.

 

Ganzer Stolz - Hightower mit Pentium I - 133 MHz

 

Mein Besitzerstolz ist heute nicht mehr nachzuvollziehen und das nach nur ca. 15 Jahren. Heute sind das alles schon Museumsstücke. Aber damals war es das Nonplusultra.  Eine Tastatur und eine Maus musste ich auch noch erwerben. Das kostete damals noch alles extra und zwar nicht gerade wenig. Man hatte mir da eben ein super Gerät verkauft. Ein Jahr später - ich musste erst mal wieder was ansparen - kam noch ein Scanner von Mikrotek mit Dia-Durchsichteinheit dazu, Kostenpunkt um die 2500 DM, weil die Grafiksoftware, die, wie sich später herausstellte, überflüssig war, so zu Buche schlug.

Das war aber noch nicht alles. Ich wusste wirklich nicht, was da noch auf mich zukommt. Mein Freund hatte mich ja beraten und meinte, ich benötige natürlich auch noch Software. Der Rechner bräuchte ein Betriebssystem, damit er überhaupt betrieben werden könne. Der Begriff Betriebssystem hörte sich in meinen Ohren gut an, was das aber nun wirklich bedeutete, war mir absolut unklar. Eine Grafikbearbeitung wäre auch gut und wenn ich eine bestimmte Grafikkarte wähle, dann ist die schon mit dabei. Ich war sehr froh, dass ich so gute Tips bekommen hatte. Dann konnte es ja unverzüglich losgehen.

Der große Tag war nun gekommen, ich hatte mir das Gerät liefern lassen. In null Komma nichts war der PC aufgebaut und angeschlossen.  Damals war es noch üblich, dass das Betriebssystem selber aufgespielt werden musste. Ich hatte mich für Windows 95 entschieden. Es sollte die Revolution im PC-Bereich werden! Vielleicht wusste der Service-Mensch damals auch noch nicht, wie das mit dem Betriebssystem so funktioniert, denn  Windows 95 gab es damals erst seit 2 Monaten im Handel. Der nette Mann vom Service war ca. 15 Minuten vor Ort, dann war ich allein!

Ich erinnere mich, als ob es gestern gewesen wär. Nun saß ich da vor einem Monitor, der Tastatur, der Maus und dem Hightower, der unter meinem Schreibtisch stand. Mein Freund war nicht da  und ich hatte nur noch die Telefonnummer von dem PC-Shop, der mir das Ding verkauft hatte. Zusätzlich lag vor mir ein Berg Verpackungsmaterial, ein dickes Buch und ein paar CD-Hüllen. Ich war wirklich super glücklich und stolz, mir so ein Hammer-Teil gekauft zu haben.

 

1. Computer - Höhle - Helge Haacke ca. 1995

 

Ich drückte nun auf den Power-On Knopf aber irgendwie passierte nichts - überhaupt gar nichts. Ich war geschockt und gleichzeitig irgendwie hilflos, denn eigentlich wollte ich jetzt loslegen und mich mit meinem Computer anfreunden.

Was mir nun blieb war die Telefonnummer des PC-Shops. Dort erklärte man mir, dass ich erst einmal die CD einlegen müsse, die das Betriebssystem enthält. Das müsse ich eben als erstes aufspielen und dann die Programme installieren. Ich, blauäugig wie ich war, tat so, als wenn ich alles verstanden hätte und wartete dann doch lieber ab, bis mein Freund abends erreichbar war. Wir verabredeten uns für die kommenden Abende und spielten das Betriebssystem und  Grafikprogramm auf den Rechner.

Für mich waren das alles BÖHMISCHE WÄLDER. Am Ende hat schließlich doch noch alles funktioniert und ich habe mich mit dem ersten Microsoft Windows 95 Betriebssystem und dem teuren Office Programm ( Word, Excel, Powerpoint, Access) anfreunden können. Ich kann nur immer wieder sagen, dass ich stolz wie Oskar war, denn selbst bei uns auf der Arbeit gab es nur das Windows Betriebssystem Win 3.11 oder Windows NT. Ich war damals ein echter Software-Vorreiter und habe diesen Vorsprung immer beibehalten.

weiter mit "Meine erste Verbindung mit dem Internet"

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 09. November 2011 um 09:28 Uhr
 
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